Unser Wildpark

Begegnung mit Natur und Kultur

Der vom Forstamt Weilburg betriebene Wildpark „Tiergarten Weilburg“ ist eine Stätte mit langer kulturhistorischer Tradition: Bereits im 16. Jahrhundert hielt der Graf Albrecht von Nassau und Saarbrücken hier Damwild und rund 100 Jahre später wurde das Areal vom Grafen Johann Ernst von Nassau-Weilburg zu jagdlichen Zwecken mit einer Steinmauer umfriedet. Diese Ringmauer und selbst einige der damals eingebrachten, inzwischen zu trutzigen Baumgestalten herangewachsenen Eichen haben den Gang der Zeiten überstanden. Zusammen mit malerischen Wiesenzügen, funkelnden Wasserflächen, prachtvollen Laubwaldbeständen und historischen Gebäuden geben sie dem weitläufigen, fast 1 km2 großen Park ein einzigartiges Gepräge.

 

Es ist schon allein der Reiz dieses herrlichen Landschaftserlebnisses, der Besucher zu jeder Jahreszeit und immer wieder auf’s Neue in den Wildpark zieht!

Ein Ort zum Schauen, Lernen und Entspannen…

Freilich bietet Ihnen unser Wildpark nicht nur landschaftliche Schönheiten. Denn natürlich können Sie hier auch eine vielfältige Tierwelt erkunden – so wie sie einst noch von unseren Ahnen in Deutschland zu erleben war. Dabei bedarf es mitunter schon einmal des genauen Beobachtens, um die Tiere in ihren großzügig angelegten und naturnah gestalteten Gehegen zu entdecken. Fast wie in der freien Wildbahn mag man sich dabei vorkommen!

 

20 Tierarten gibt es im Tiergarten Weilburg gegenwärtig zu sehen. Urweltlich anmutende Wisente und Auerochsen sind darunter, aber auch stattliche Rothirsche, Elche und als neueste Attraktion eine große Braunbärenanlage, die 11.000 m² umfasst. Die zwei Bären kamen aus der Tatra, wo sie mutterlos in der Wildnis aufgegriffen worden waren und zunächst in einem Zoo aufgezogen wurden, bis sie im Alter von 2 Jahren letztes Jahr nach Weilburg kamen. Natürlich fehlen die allseits beliebten Wildschweine ebenso wenig, wie Steinböcke oder Mufflons. Und selbstverständlich kann man auch geheimnisvolle Raubtiere wie Wolf, Luchs und Wildkatze erleben oder die lebhaften Fischotter beim Spiel bestaunen.

 

Das großzügig angelegte Damwildgehege lässt sich sogar durchwandern, und auf ihren saftigen Koppeln bieten urwüchsige Wildpferde einen phantastischen Anblick.

Dies alles lässt Sie innerhalb kürzester Zeit den Alltag vergessen und Entspannung finden!

Und auch das Wissen über den Wildtierbestand kommt dabei nicht zu kurz. Anhand von übersichtlichen Schautafeln an den Gehegen sowie durch Fachvorträge und Führungen kann sich der Besucher über Biologie, Verbreitung und Verhalten der Tiere informieren.

 

Bei alledem stellt sich der Wildpark "Tiergarten Weilburg" auch in den Dienst von Artenschutzprojekten. So unterstützen wir etwa die Wiederansiedlung von Wildkatzen in Bayern oder nehmen an Erhaltungszuchtprogrammen für vom Aussterben bedrohte Tierarten teil.

… ein Platz für Leib und Seele!

Beim Streifzug durch den Tierpark laden zahlreiche Rastmöglichkeiten zum Verweilen ein. Nutzen Sie die „Weilburger Köhlerhütte“ im Damwildgehege, um diese anmutigen Tiere aus nächster Nähe zu beobachten. Genießen Sie ein romantisches Picknick an der „Imkerlaube“ beim historischen Forsthaus. Oder gönnen Sie sich einfach eine Ruhepause auf einer der vielen Bänke und lassen Sie den Reiz der malerischen Umgebung auf sich wirken.

 

Für unsere kleinen Besucher haben wir am „Dillhäuser Bauernhaus“ einen großen Spielplatz hergerichtet, auf dem sich herrlich spielen und toben lässt – natürlich immer in Sichtweite der Eltern, die den Platz von einer der umgebenden Ruhebänke gut überblicken können.

 

Anschließend lockt die behagliche Gaststätte „Im Tiergarten“, ein stimmungsvoller Fachwerk-bau am Ausgang des Parks. Bei Kaffee und Kuchen oder auch bei einem schmackhaften Wildgericht kann man den Tag auf der Sonnenterrasse am Teich wunderbar ausklingen lassen. Und ins Träumen geraten…

Aus der Geschichte

Erste Anfänge der Damwildhaltung 1590, aus Holland eingeführt von Graf Albrecht II. von Nassau-Weilburg und Saarbrücken-Ottweiler. Das Wild diente der Verköstigung am Hofe.

1685-1688 Anlage eines herrschaftlichen Jagdparks durch Graf Johann Ernst von Nassau-Weilburg. Seitdem keine Veränderung der Geländegröße von 93 ha.

1732 Ersatz des begrenzenden Plankenzaunes durch die noch heute bestehende 2m hohe Bruchsteinmauer. Diese hatte auch Fallenfunktion: durch Anhäufung der Erde an einigen Stellen außen konnten Wildtiere ins Innere gelangen, aber nicht mehr nach außen.

1732-1736 Errichtung eines (heute nicht mehr existierenden) kleinen Jagdschlosses auf dem Gelände und Anbindung an die Stadt Weilburg durch eine Lindenallee. Außerdem Beauftragung des Leipziger Hof- und Lustgärtners Johann Martin Petri zur Umgestaltung des Geländes. Von ihm stammt auch der Entwurf des Eingangstores, das noch heute an der Ursprungsstelle existiert.

Das Jagdschloss brannte 1916 nieder und wurde durch ein Forsthaus ersetzt.

Ab 1816 nur noch forstwirtschaftliche Nutzung des Geländes und landschaftliche Umgestaltung.

1969 Entschluss der hessischen Forstverwaltung, einen Tiergarten anzulegen, Eröffnung 1970.

 

Tierarten: heimische und ehemals heimische Wildtiere. Auerochsen, Tarpane, Przewalskipferde, Damwild, Rotwild, Sikawild, Elche, Fischotter, Luchse, Mufflons, Schwarzwild, Steinwild, Wisent, Wildkatze, Wölfe, Bären, Skudden, Kanadagänse, Höckerschwan, Haus-gänse, Goldbrakelhühner; insg. 156 (2009)

Besonderheit: 400-500jährige Bäume (Huteeichen und Hutebuchen).

Länge des Rundweges: ca. 3 km.

Großer Kinderspielplatz für Kinder bis 10 Jahren, Gaststätte „Im Tiergarten“, auch als „Hessenhaus“ bekannt mit gutbürgerlicher Küche.

„Kinderforsthaus“ , hier können bereits Kindergartenkinder das Thema Wald und Wild hautnah erfahren.