Der Wolf (Canis lupus)

 

Einsamer Wolf oder Familien-„Mensch“

 

Der Wolf war früher das am weitesten verbreitete Raubtier der Welt. Auch in Europa war er überall heimisch, wurde jedoch in West- und Mitteleuropa vom Menschen weitgehend ausgerottet. Erst Ende der 1990er Jahre wurde der Wolf in Deutschland wieder heimisch, im Jahr 2000 konnten zum ersten Mal Wolfswelpen in Deutschland nachgewiesen werden.

 

 

Steckbrief:

Schulterhöhe: 70 bis 90 cm (Rüden); 60 bis 80 cm (Weibchen)

Köperlänge: bis 120 cm (Rüden); bis 110 cm (Weibchen)

Gewicht: 35 bis 65 kg (Rüden); 25 bis 50 kg (Weibchen)

Paarungszeit: Januar und Februar

Tragzeit: ca. 60 bis 63 Tage

Junge: Im Schnitt werden 4 bis 6 Welpen blind geboren. Nach etwa 2 Wochen öffnen sich die Augen.

Alter: bis 15 Jahre

 

 

Lebensweise:

Obwohl man auch einzelne Wölfe in der Wildnis antrifft, ist die normale Sozialordnung des Wolfes das Rudel. Das Wolfsrudel besteht im Regelfall aus dem Elternpaar und deren Nachkommen, es handelt sich also um eine Familie. Wölfe werden erst mit zwei Jahren geschlechtsreif (Haushunde schon mit 7 bis 11 Monaten) und verbleiben bis zur Geschlechtsreife bei den Eltern. Die vorjährigen Jungwölfe unterstützen das Elternpaar bei der Aufzucht der neuen Welpen. Unter normalen Bedingungen besteht ein Rudel im Herbst also aus dem Elternpaar, dem Nachwuchs aus dem Vorjahr und dem Nachwuchs aus demselben Jahr. Mit Erreichen der Geschlechtsreife wandern die Jungwölfe in der Regel aus dem elterlichen Territorium ab und suchen ein eigenes Revier. Die Elterntiere sind grundsätzlich dominant gegenüber ihrem Nachwuchs, Kämpfe um die Rangordnung gibt es daher nicht. Eine Paarung verwandter Tiere findet üblicherweise auch dann nicht statt, wenn keine anderen Sexualpartner zur Verfügung stehen, denn der Rüde verweigert eine solche Paarung.

Es besteht eine streng hierarchische Rangordnung mit einem dominanten Alpha-Paar das in der Regel die Nachkommen des Rudels zeugt, einer Gruppe nachgeordneter Tiere und einem schwachen Tier am Ende der Rangordnung in der Rolle des „Prügelknaben“ oder Omega -Wolfs.

 

Wölfe finden Beutetiere meist direkt durch deren Geruch, seltener durch die Verfolgung frischer Spuren. Sie versuchen sich den Beutetieren dann unbemerkt bis auf geringe Distanz zu nähern. Fliehende Tiere werden meist nur wenige Dutzend Meter weit mit hoher Geschwindigkeit verfolgt, gelingt es den Wölfen bis dahin nicht, das Beutetier zu erreichen, wird die Jagd abgebrochen. Längere Hetzjagd über mehrere Kilometer sind seltene Ausnahmen. Häufig versuchen Wölfe, für sie günstige Geländegegebenheiten zu nutzen, indem ein Teil des Rudels die Beute in Richtung anderer Rudelmitglieder jagt, die an einer geeigneten Stelle in Deckung liegen. Im Winter versuchen Wölfe, Huftiere auf zugefrorene Seen oder Flüsse zu treiben, wo diese mit ihren glatten Hufen schnell ausrutschen.

Huftiere bis zur Größe eines weiblichen Rothirsches versuchen durch Flucht zu entkommen. Große und wehrhafte Beutetiere wie Elche, Wisente, Moschusochsen oder auch Wildschweine stellen sich den Wölfen oft und verteidigen sich häufig erfolgreich. Elche flüchten bei Angriffen häufig ins Wasser und bleiben dort stehen, sie werden dann meist nicht weiter attackiert.

 

Ernährung:

Der Wolf ist ein Fleischfresser und ernährt sich hauptsächlich von mittelgroßen Pflanzenfressern wie Rotwild, Schwarzwild oder Reh. In der Nähe des Menschen werden auch immer wieder Nutztiere, vor allem Schafe, gerissen. Insgesamt benötigt ein Wolf etwa 1,5- 2 kg Fleisch pro Tag. Wölfe können aber auch auf Vorrat fressen, dass bedeutet das ein Tier durchaus bis zu 10kg Nahrung fressen kann und danach mehrere Tage fastet.