Die Wildkatzen

 

Rückkehrer auf leisen Sohlen: die Wildkatze (Felis silvestris)

 

Sie ist nicht die Stammform unserer Hauskatze, auch wenn sie ihr zum Verwechseln ähnlich ist: die europäische Wildkatze (auch Waldkatze genannt).

Wildkatzen sind in Deutschland schon immer heimisch und entwickelten sich vermutlich im Pliozän (vor ca. 2 Mio. Jahren). Sie sind damit älter als die sich später entwickelten afrikan. Wildkatzen (die vor ca. 130.000 Jahren auftauchten).

 

Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Schottland und Westeuropa über Mittel- und Osteuropa bis Zentralasien, Indien und großen Teilen Afrikas in vermutlich 5 Unterarten.

Wildkatzen gibt es nicht in Russland, Skandinavien und der sog. „Neuen Welt“, also Nord- und Südamerika. Von Afrika auch kommt die Vorfahrin unserer Hauskatze, die Falbkatze. Ursprünglich ist damit unsere Hauskatze eine Afrikanerin!

Im mitteleuropäischen Raum lässt sich die Hauskatze erst im 14. Jahrhundert nachweisen.

 

Die in Europa vorkommende Wildkatze sieht der Hauskatze zum Verwechseln ähnlich, lässt sich aber nicht zähmen und paart sich selten mit der Hauskatze. Selbst wenn mal eine als Jungtier im Haus groß wird, gebärdet sie sich reichlich unzivilisiert, sobald sie in die Geschlechtsreife kommt.

 

 

Steckbrief:

Schulterhöhe: ca.37 cm (Hauskatze29-30 cm)

Länge: 59-60 cm (Schwanz 28-31 cm, Hauskatze: 22-27 cm)

Gewicht (im Schnitt): Weibchen: 3,6 kg, Männchen 5 kg, max. 8 kg

Brunst: Februar/März, manchmal auch im Hochsommer, bemerkbar durch die Schreie der Kater (Ranzzeit Ende Dezember bis Ende Juni)

Tragzeit: 68 Tage

Junge: 1 x/Jahr im März-Juni, manchmal ein zweiter Wurf im August, 2-4 Junge. Werden blind geboren, öffnen mit 7-11 Tagen die Augen, werden ca. 2-4 Monate gesäugt, verlassen nach 8-10 Wochen das Nest.

Geschlechtsreife: mit ca. 1 Jahr

Alter: bis 16 Jahre

 

Typisch:

Die Ähnlichkeit mit einer großen getigerten Hauskatze, dabei der buschigere Schwanz mit 4- 5 schwarzen Ringeln die immer in einer schwarzen Quaste enden. Die Tigerung ist meist „verwaschen“, mit gelblicher Unterwolle. Die schwarzen Sohlen gehen bei Wildkatzen nie bis zum Fersengelenk.

 

 

Vorkommen:

Wildkatzen gibt es in verschiedenen Lebensräumen, allerdings bevorzugt die Europäische Wildkatze lichte, trockene Wälder mit Sonnenlichtungen und einem Angebot an Baumhöhlen für die Jungenaufzucht. Über die Populationsdichte ist in Deutschland nichts bekannt, man geht in Vorkommensgebieten von 0,2-0,5 Tieren/km² aus.

 

Lebensweise:

Wildkatzen sind eher Einzelgänger, der Kater wird nach der Ranz vertrieben und nimmt nicht an der Jungenaufzucht teil. Die Lebensweise ist normalerweise dämmerungs- und nachtaktiv, ist aber sehr stark von der Aktivität der Beutetiere abhängig. Die Reviergröße beträgt je nach Beutetierangebot bei Katern bis 1000 ha, bei Katzen bis 500 ha, im Sommer größer, im Winter kleiner. Katzen sind standorttreuer als Kater.

Die Wildkatze ist ein typischer „Ansitzjäger“, d.h. den Hauptteil der Beute erlauert sie, oder sie pirscht durch ihr Gebiet und findet dort ihr Futter, das sie aber niemals erhetzt.

 

Natürliche Feinde: Wolf, Fuchs, Luchs, Baummarder, Uhu, Hermelin, Steinadler

 

Gefährlichste Feinde/Einflüsse: Lebensraumzerstörung, Straßenverkehr, Hybridisierung mit Hauskatzen

 

Ernährung: Wildkatzen sind Fleischfresser, sie ernähren sich hauptsächlich von Nagetieren und Kaninchen, in geringerem Maße von Vögeln.

 

 

Gefährdungsstatus: In Deutschland gilt sie als „stark gefährdet“. Der Populationstrend wird mit „abnehmend“ bezeichnet.

 

Vorsichtigen Schätzungen zufolge dürften in Deutschland ca. 1500 Wildkatzen leben. Der Weilburger Wildpark gibt jährlich die Jungtiere, die im Gehege geboren werden ,in ein Wiederauswilderungsprojekt, somit tragen wir aktiv zur Arterhaltung bei.