Das Schwarzwild (Sus scrofa)

 

Wühlende Allesfresser

 

 

Wildschweine sind Allesfresser und sehr anpassungsfähig, in Mitteleuropa nehmen sie vor allem durch den verstärkten Anbau von Mais derzeit stark zu und wandern verstärkt in besiedelte Bereiche ein.

Wildschweine werden in Europa seit Urzeiten als Jagdwild genutzt, daher gibt es für Wildschweine unterschiedlichen Alters und beiderlei Geschlechts Bezeichnungen aus dem jagdlichen Brauchtum. Im Deutschen allgemein verbreitet sind unter dem Oberbegriff Schwarzwild die jagdlichen Bezeichnungen Keiler für ein männliches und Bache für ein weibliches Wildschwein sowie Frischling für ein frisch geborenes Jungtier.

 

 

Steckbrief:

Länge: 90 bis 120 cm

Höhe: 55 bis 115 cm

Gewicht: Keiler 100 bis 250 kg

               Bachen 70 bis 170 kg

Paarungszeit: Wintermonate November/Dezember

Tragzeit: 3 Monate, 3Wochen, 3 Tage (116 Tage)

Junge: 4 bis 12 Frischlinge

Alter: ca. 20 Jahre

 

 

Lebensweise:

Wildschweine leben in Mutterfamilien, in der Rotte, vorjähriger Tiere zusammen. Einzelgängerisch leben insbesondere männliche Tiere.

Die typischste Form des Zusammenlebens ist die Mutterfamilie, die aus einer Bache mit ihrem letzten Nachwuchs besteht. Gelegentlich bleibt der weibliche Nachwuchs des Vorjahres bei der Bache und führt dann mitunter auch schon eigenen Nachwuchs. Die ursprüngliche Mutter ist in einem solchen Sippenverband das Leittier. Fremde Wildschweine werden in der Regel nicht in eine solche Gruppe aufgenommen. Treffen verschiedene Mutterfamilien aufeinander, bewahren sie voneinander Abstand. Diese Gruppen brechen auseinander, wenn das Nahrungsangebot nicht ausreichend ist, wenn sie durch Jagd oder sonstige Störungen auseinandergesprengt werden oder wenn das Leittier stirbt. Aufgrund der hohen Sterblichkeit der Jungtiere schwanken die Gruppenstärken sehr stark. Gruppen von mehr als 20 Tieren sind in Mitteleuropa Ausnahmen.

Die vorjährigen Keiler werden vom Weibchen aus der Gruppe vertrieben und leben dann in der Regel für mindestens ein Jahr in einem eigenen Verband. Auch hier kommt es nicht zu Zusammenschlüssen mit vorjährigen Tieren aus anderen Gruppen. Die Hierarchie zwischen den einzelnen Tieren einer solchen Gruppe ist seit der Jungtierzeit festgelegt.

Ab dem zweiten Lebensjahr ziehen Männchen meist als Einzelgänger durchs Revier. Während der Paarungszeit von November bis Januar schließen sie sich einzeln Mutterfamilien an. Der Kontakt zwischen dem Keiler und der Mutterfamilie bleibt jedoch lose – er ruht nicht im gemeinsamen Lager und das Leitweibchen führt die Gruppe. Gelegentlich lassen sich auch Gruppen vorjähriger Tiere beobachten, in denen männliche und weibliche Tiere zusammenleben. Sie treten dann auf, wenn die Leirbache nicht mehr vorhanden ist. Solche untypischen Gruppen lösen sich in der nächsten Paarungszeit auf.

 

Ernährung:

Wildschweine sind Allesfresser und sehr anpassungsfähig, in Mitteleuropa nehmen sie vor allem durch den verstärkten Anbau von Mais derzeit stark zu und wandern verstärkt in besiedelte Bereiche ein.

In ihrem natürlichen Lebensraum fressen sie alles was sie gerade finden. Dazu gehören Wurzeln, Würmer, Gelege von Bodenbrütern, kleine Nagetiere und ähnliches. Im Herbst besteht ihrer Nahrung zu einem großen Teil aus Bucheckern, Eicheln und Kastanien.