Alpensteinbock (Capra ibex)

 

Der Einsame am Gipfel

 

 

Der Alpensteinbock ist eine Wildziegenart. In Europa gilt er nur in Italien als einheimisch, in allen anderen Ländern ist er wiederangesiedelt. In Europa 3 Formen: Alpensteinbock, Iberischer Steinbock und Bezoarziege.

Obwohl er eine hochalpine Tierart ist, schaffte es der Mensch, den Alpensteinbock bis zum Mittelalter, wo es bereits nur noch wenige Tiere gab, fast gänzlich auszurotten.

Man spach dieser Wildart verschiedene Arzneiwirkungen zu, so glaubte man

das die „Bezoarsteine“ gegen alle möglichen Zipperlein wirksam sind. Diese sind eigentlich nur Kugeln im Pansen des Tieres, die aus Haaren, Steinchen und Harzen bestehen. Wie diese Gebilde zu ihrem Ruf kamen, bleibt im Dunkeln. Das „Herzkreuzerl“ hatte angeblich Heilwirkung, es handelt sich dabei um verknöcherte Sehnen der Herzmuskeln, die angeblich potenzsteigernde Wirkung haben sollen.

Da also das Steinwild dermaßen vermarktet wurde, ist es kein Wunder, dass es in der Wilderei einen hohen Stellenwert hatte.

 

1816 gab es nur noch im italienischen Gran Paradiso Steinwild, und hätte König Viktor Emanuel II. nicht entschieden, die letzten Steinwild durch Forestieri zu schützen, wären sie ausgestorben.

 

 

Steckbrief:

Höhe (Widerrist): 75 - 94 cm (Geißen 65 – 78 cm)

Länge: 130 - 170 cm (Geißen 65-115 cm)

Gewicht: 50 - 140 kg (Geißen 25-65 kg)

Brunft: Wintermonate Dezember/Januar

Tragzeit: 150 - 180 Tage

Junge: 1 x/Jahr im Mai, 1 Junges, selten 2, werden ca. 2 Monate gesäugt, können der Mutter sofort folgen, mit 3- 5 Jahren geschlechtsreif, je nach Populationsdichte.

Alter: 16-18 Jahre in Freiheit, in Gefangenschaft bis 24 Jahre.

 

Typisch: kurzer Kinnbart, auch die Geiß trägt Hörner (bis 35 cm), diese sind beim Bock bis 1 m lang.

 

Vorkommen: Eurasien bis Nordafrika in den Gebirgen der Alpen, Pyrenäen, Kaukasus.

 

Lebensweise: Alpensteinwild kommt in Gebirgen überwiegend oberhalb der Baumgrenze bis über 3500 m vor. Nur im April/Mai kommt es bis zur unteren Baumgrenze herunter, steigt dann aber wieder in luftige Höhen, um erst für den Winter wieder tiefere Lagen anzusteuern.

Natürlichen Feinden geht der Alpensteinbock räumlich aus dem Weg – bis in solche Höhen kommt kein Raubtier vor – natürliche Feinde sind den Kitzen nur die Steinadler, Bartgeier und selten der Fuchs.

Steinböcke kämpfen praktisch niemals auf Leben und Tod miteinander. Sog. „Kommentkämpfe“ reichen ihnen aus, um auszumachen, wer der Stärkere ist. Diese aber sind für Besucher heftig anzuschauen –die Kontrahenten richten sich beim Kampf auf die Hinterfüße auf, um mit aller Macht und Gewalt das Gehörn aneinander krachen zu lassen, dass es weit hin schallt. Auch geschoben wird, und es wird schnell ausgemacht, wer weichen muss.

Im Sommer sind die Rudel nach Geschlechtern getrennt. Es treten Junggesellengruppen (bis 30 Tiere) auf und Weibchen mit Jungtieren in Gruppen von 10-20 Tieren. Ganz alte Steinböcke sind extreme Einzelgänger.

Brunft ist im Winter. Meist ergattert ein Bock erst im Alter von 6 Jahren einen Harem, den er über den Winter begleitet und im Frühling wieder verlässt.

Die Bindung zwischen Mutter und Kind ist sehr eng, Körperkontakt ist wichtig. Aber nach ca. 4 Wochen schließen sich die Kitze zu Gruppen zusammen und spielen miteinander, werden aber fast ein Jahr noch gesäugt.

Sprichwörtlich ist das geschickte Klettervermögen.

 

Ernährung: Gräser, Kräuter, Flechten, Gebüsch (Holzgewächse). Trinkt sehr selten Wasser.

 

 

Hast Du gewusst:

dass die Römer in ihren Arenen auch Steinböcke gegen die Gladiatoren antreten ließen?